Vereinschronik

Frisch, Fromm, Fröhlich und Frei
dass sind die vier „F“ in unserem Vereinswappen in den Farben Grün-Weiß

Gründung des Vereins:

Das Gründungsdatum ist der 06.09.1864 – an diesem Tag trat der Turnverein offiziell das erste mal zusammen.

Laut Festzeitung vom 16.;17. und 18. August 1924 ist eigentlich der 01.08.1864 der richtige Gründungstag. Zu diesem Ereignis gibt es eine kleine Geschichte in dieser Festzeitung:

Den ersten Turnrat bildeten Carl Roscher, Dr.Deege, F. Bäßler und Wilhelm Endmann und weitere 6 Herren, die auch die Statuten erstellten und von den Behörden genehmigen ließen.

Nach dem die Satzungen beraten und angenommen waren, schloss sich der neue Verein dem

“ Mulden-Zschopautaler Turngau“ an, aus welchem er nach 2 jähriger Zugehörigkeit wieder austrat, um Mitglied des 20. (Chemnitz- Muldental) Turngau zu werden.

Nun fehlten ein Platz zum Turnen und Geräte.

Den Platz schenkte der Wirt vom Roten Hirsch den Turnern, die ihn in ihrer Freizeit brauchbar machten. Der Platz wurde später am 14. 01. 1899 käuflich erworben. Herr Franz Donner baute die ersten Geräte für ganz geringe Endschädigung. So war für das Sommerturnen einigermaßen gesorgt. Für den Winter überliess der Vereinswirt seinen alten Saal zum Geräteturnen.

Am 06. 09.1868 wurde die 1. Vereinsfahne feierlich geweiht.

Oft und gern sangen die alten Turner nach der Turnstunde ein gemeinsames turnerisches und vaterländisches Lied. Diese Liebe zum Gesang  nutzte Herr Lehrer Petschmann und gründete am 4. April 1871 einen Turnergesangsverein. Dieser ging nach nur einem Jahr wieder ein, wurde 1886 wiederbelebt, ging aber auch nach wenigen Jahren wieder ein.

Im Jahre 1872 entstand die erste Männerriege. In diese durften nur Männer ab dem vollendeten 24.Lebensjahr eintreten.

Das  1. Gauturnfest auf Claußnitzer Boden war am 30. und 31.August 1874. Schon von Anfang an führte der Verein Listen über „Vereinsdamen“. Diese Damen erwarben sich durch Zahlung von 10 Groschen das Recht, zu Bällen des Vereins eingeladen zu werden.

Mit dem 1. Juli 1897 erlöschte jeglicher Anspruch der bisherigen„Vereinsdamen“ an den Verein.
Es wurde eine Damenabteilung gegründet.

Im August 1889 feierte der Verein sein 25-jähriges Vereinsjubiläum.

Die lange gewünschte eigene Turnhalle konnte im Jahre 1898 feierlich eingeweiht werden. Ihr Bau wurde durch den Turnhallenbaufond, durch Spenden und Anleihen ermöglicht.

Die Frauen und Jungfrauen des Vereins stifteten eine 2. Fahne, die zum 40-jährigen Bestehen feierlich geweiht wurde.

Das 2.Gauturnfest wurde im August 1910 gefeiert. Die Feier des goldenen Vereinsjubiläums im Jahre 1914 war leider infolge des Kriegsausbruchs nicht möglich.

Dafür wurde das 60-jährige Jubiläum des Vereins um so würdiger gefeiert.

Am 30. oder 31. Juli 1911 wurde im ehemaligen Restauran t„Strahlberg“ in Claußnitz der Fußballclub gegründet. Es fehlte jedoch ein geeigneter Spielplatz und so wurde auf den umliegenden Wiesen gespielt.

Da aber viele Bürger dieser neuen Sportart nicht gerade aufgeschlossen gegenüber standen, kam es sehr oft vor, dass unsere Spieler von den Bauern recht unsanft vertrieben wurden. Manche Eltern erlaubten es auch ihren Sprösslingen nicht, an einer derartig rohen Sportart teilzunehmen.

Die Sportfreunde ließen sich aber nicht unterkriegen. Fußballschuhe gab es nicht, so spielte, wer hatte, in hohen Schuhen.

Eines jedoch war schon vorhanden und hat sich bis in die heutige Zeit erhalten:
Grün – weiß gestreifte Dresse

Durch den Ersten Weltkrieg trat von 1914 – 1919 absolute Ruhe ein.

Bereits im Frühjahr 1919 nahmen einige der älteren Sportfreunde das Ruder in die Hand und der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen. Der Wirt des  „Weißen Rosses“  stellte gegen Pacht seine Wiese zur Verfügung. So konnte man Spielen, ohne vertrieben zu werden.

Trotz all dieser Schwierigkeiten ging es laufend aufwärts. In verhältnismäßig kurzer Zeit hatte Claußnitz 8 Mannschaften (3 Männer, 2 Jugend, 2 Kinder und eine „Alte Herren“-Mannschaft ) aufzuweisen, die auf hohem Niveau spielten.

Im Jahre 1920 wurden auch einige auswärtige Spiele im Rheinland, in Oberbayern und Hessen bestritten. Zu den Rückspielen kamen dann auch starke Mannschaften nach Claußnitz (z.B. Frankfurt am Main; Hof). Hier wurden beachtliche Ergebnisse erzielt.

Von den Spielerfrauen wurde ein Banner mit der Aufschrift:  „11 Freunde woll`n wir sein“ gestiftet, dies sollte den Zusammenhalt zum Ausdruck bringen.

Im Jahre 1920 wurde durch einen Gönner des Vereins (Walter, Liebers) der Sportplatz ( Alter Sportplatz) hinter der Turnhalle (heute Jugend Club – Feuerwehrgerätehaus) gebaut und den Fußballern mit zur Verfügung gestellt.

Die Einweihung des ersten Sportplatzes erfolgte am 05. September 1920.
Auf diesem Sportplatz fand am 30.-31 Juli 1921 das 10 jährige Stiftungsfest der „„Claußnitzer Fußballclub Sportfreunde“   statt.

Mit der Gründung des Arbeitersportkastells am 12. November 1923 wurde der Weg frei für den Bau einer neuen Sportanlage.

Am 09.September 1926 wurde von der Familie Arthur und Milda Sittner Land gekauft. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden geleistet und auch finanziell beteiligten sich die Sportfreunde ( mit Anteilsscheinen) an diesen Vorhaben.

Am 24./25. September 1927 wurde mit einen Festprogramm die Sporthallenweihe begangen.
Damit standen das Sportlerheim mit Turnhalle und der Fußballplatz für die Ausübung des Sports zur Verfügung. Mit der Machtübernahme durch die Nazis erfolgte am 3. Mai 1933 das Verbot
des Arbeitersportvereins verbunden mit der Enteignung der Sportanlagen.

Beschlagnahmt wurden unter andern:
4 Fußbälle, Kassenbücher, Mitgliederverzeichnisse und Protokollbücher

1934 wurden die Turnhalle und das Sportlerheim zum Teil abgerissen und ein Teil zu Wohnungen umgebaut. Der Fußballplatz wurde wieder zu einen Feld umgebrochen. (Diese Sportanlage stand dorf, wo sich unser heutiger Sportplatz befindet und die Halle und das Heim waren das Holzhaus unterhalb des Platzes).

1945 nach Beendigung des Krieges war es eine Handvoll Sportfreunde, die begannen,
die sportliche Tradition in Claußnitz, insbesondere den Fußball, dasTurnen und das Kegeln wieder zu beleben. Im Sommer 1945 war es dann soweit und die ersten Spiele wurden auf dem
„Alten Sportplatz“ durchgeführt.

Im Jahre 1951 erhielten die Sportfreunde nach einigem hin und her die Erlaubnis, den „Neuen Sportplatz “ wieder herzurichten und der Spielbetrieb konnte auch hier wieder aufgenommen werden. Allerdings fehlte es noch an geeigneten Umkleidemöglichkeiten und ein
Aufenthaltsraum. Dieses konnte keine Dauerlösung sein. Erst wurde eine alte Garage provisorisch dazu ausgebaut, dann wurde1959 mit dem Bau eines Sportlerheimes begonnen.

Am 19. April konnte nach nur 6-wöchiger  Bauzeit und 1100 freiwilligen Aufbaustunden Richtfest gefeiert werden.

Im Dezember 1955 wurde die Betriebs Sport Gemeinschaft (BSG) Einheit Claußnitz gegründet und diese nahm alle Sportinteressen des Ortes war.

Im September 1959 war es dann soweit. In Verbindung mit dem Ortsportfest feierte man am
12./13. September 1959 die Einweihung des „Neuen Sportlerheimes“ am Sportplatz an der Brauerei. Insgesamt wurden vom März bis zur Einweihung 3640 freiwillige Aufbaustunden geleistet.
(dieses hatte einen Wert damals von ca. 50.000,-M)